Das Kniegelenk ist zusammen mit dem Schultergelenk eines der komplexesten Gelenke des menschlichen Körpers. Dies ist dadurch bedingt, dass die das Gelenk bildenden Knochen (Femur=Oberschenkelknochen; Tibia=Schienbeinknochen; Fibula=Wadenbein und Patella=Kniescheibe) nicht genau aufeinander passen. Damit es dennoch zu einer kontrollierten harmonischen Bewegung im Kniegelenk kommt, ist es auf das zusätzliche Zusammenspiel von Menisken („Stossdämpfer“), Kapselbandstrukturen, Sehnenansätzen und den dazugehörigen knienahen Muskeln angewiesen. Wir wissen heute, dass es durch Schädigung einer dieser Strukturen zu einer vorzeitigen Abnützung des Kniegelenkes=Gonarthrose kommen kann.

Die Kniechirurgie kann in eine rekonstruktive=erhaltende Behandlung und – falls dies vor allem im Alter nicht mehr möglich oder sinnvoll ist – eine Ersatzbehandlung eingeteilt werden. In letzterem Falle kann das Einsetzen eines künstlichen Gelenke sinnvoll sein.

Zu der rekonstruktiven Kniechirurgie können Meniskusnähte und -rekonstruktionen, Kapselbandnähte und -rekonstruktionen sowie Knorpelbehandlungen und Korrekturen von knienahen Beinachsenfehlstellungen (O-/X-Beine) gezählt werden. Falls eine anatomische Rekonstruktion eines gerissenen Meniskus nicht möglich ist, muss das eingerissene Stück entfernt werden (arthroskopische Teilmeniskektomie).

Den Kollegen über den Hag geschaut (A, 2008)
Den Kollegen über den Hag geschaut (A, 2008)