Da bereits seit mehr als drei Jahrzehnten regelmässig Knieprothesen eingesetzt werden, ist bei bekannter durchschnittlicher Haltbarkeit von ca. 15 Jahren folglich mit Reoperationen infolge Lockerungen (Bild1) zu rechnen.

Ein Knieprothesenwechsel ist somit auch ein Routineeingriff geworden, fordert aber dem orthopädischen Chirurgen vor allem bei erheblicher Zerstörung des prothesennahen Knochens eine Menge ab. Dies vor allem auch, da in den 90er Jahren implantierte Prothesen zum Teil nicht mehr auf dem Markt sind. An Prothesentypen liegt wie bei der Erstimplantation einer Knieprothese die ganze Palette von verschiedenen Revisionsmodellen zur Auswahl vor, gelegentlich muss aber infolge Insuffizienz von Bändern und tragendem Knochen auf stielverstärkte Komponenten (Bild 2) oder gar gekoppelte Prothesen gewechselt werden. Zur möglichst optimalen Prothesenpositionierung kann wie beim primären Ersatz die „my knee“- Methode zum Einsatz kommen.

Nicht selten muss der knöcherne Kniescheibenbandansatz am Schienbeinknochen (Tuberositas tibiae) temporär ausgemeisselt und mit Schrauben wieder befestigt werden (Bild 2).

Über die ganze Vor- und Nachbehandlung und Dauer der Hospitalisation wird ein klärendes Gespräch geführt; diese sind nebst einzusetzendem Prothesentyp von individuellen Faktoren wie Alter und v.a. zusätzlich belastenden Krankheiten sowie Medikamenteneinnahme abhängig.

(1) Beispiel einer Lockerung im Bereich der Tibia
(2) Revision mit stielverstärkten Tibiakomponenten